Bei Wind und Wetter im Einsatz für Tiere in Not

Frau Neubauer und Frau Stix
Passionierte Spendensammlerinnen im Porträt. Hamlar (pm).

Ob bei minus 3 oder plus 30 Grad, Ingrid Stix, Margot Pietschmann und Gerlinde Neubauer verbringen viel Zeit im Freien. Denn der Tierschutz liegt den Rentnerinnen am Herzen.

Stix sammelt in Donauwörth Spenden für das Tierheim Hamlar, Neubauer vor allem in Bäumenheim, Pietschmann in Mertingen. Und während Pietschmann regelmäßig Tierheimhunde Gassi führt, tut Neubauer das ab und zu.

Neubauer und Stix haben zudem Tierheimhunden ein neues Zuhause gegeben. Ihre Ehrenämter sind für die drei Frauen Berufung. Stix widmete sich lange der Möbelfundgrube der Caritas. „Als ich dort aufhörte, habe ich eine neue Aufgabe gesucht und sie hier gefunden“, berichtet sie.

Neubauer kam vor 15 Jahren bei einer Hochwasser-Sammlung zum Tierschutzverein und blieb. „Um Spenden zu bitten, hat mich am Anfang schon Überwindung gekostet“, erinnert sie sich. Doch die Freundlichkeit, mit der sie ihre Mitmenschen ansprach, kam zurück. „Es klappte immer leichter“, erzählt sie, „inzwischen haben viele schon etwas vorbereitet, wenn ich bei ihnen klingle.“ Dass sie in ihrem Heimatort bekannt sei, helfe sicher, meint sie, auch, dass die Spender ihr vertrauen – und dass Neugierige jederzeit zu den Öffnungszeiten nach Hamlar fahren können und sehen: Jeder Euro kommt an. 4.500 Euro, erzählt sie strahlend, gaben die Menschen aus Bäumenheim alleine im Jahr 2015.

Auch Margot Pietschmann hat gerade eine Hochrechnung gemacht: „In 12 Jahren sind 50.200 Euro zusammengekommen, dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt die pensionierte Caritas-Mitarbeiterin. Da sie auch in der Kirche und beim Sport von den Hunden, Katzen, Nagern, Hühnern, Ziegen und anderen Tieren erzählt, die tagtäglich Futter, ein Dach überm Kopf, oft auch Medikamente und Impfstoffe brauchen, geben die Mertinger gerne etwas. Pietschmann kennt die Namen und Geschichten der Hunde, die gerade in Hamlar wohnen.

Allen wünscht sie, dass sie neue Herrchen oder Frauchen finden – „und zwar Menschen, die etwas von Hunden verstehen und von denen sie ganz sicher nicht zurück kommen“, betont sie. „Denn jeder hat einen besonderen Charakter und eine Seele – wenn Hunde Vertrauen fassen und dann wieder abgegeben werden, leiden sie sehr darunter.“ So etwas mitzubekommen, schmerzt auch Ingrid Stix immer wieder aufs Neue.

„Haustiere sind wunderbar, aber man muss sich für sie Zeit nehmen und auf manches verzichten“,

weiß die erfahrene Hundehalterin. Wer gern Fernreisen macht, beruflich viel unterwegs ist oder ahnt, dass sein Leben sich bald ändern könnte – durch Familiengründung oder einen Umzug – sollte lieber auf einen Hund verzichten. Sie findet: „Aber man kann Tierliebe ja trotzdem leben, indem man im Tierheim hilft oder spendet.“ Ob als gelegentlicher oder regelmäßiger Gassigeher oder als Spendensammler – weitere Menschen mit Herz und Einsatzfreude sind jederzeit willkommen. Das wird belohnt, zeigen Pietschmann, Neubauer und Stix sich einig: Mit Fitness und Beweglichkeit, Kontakt zu netten Tieren und Menschen und dem guten Gefühl, Vierbeinern in Not zu helfen.

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