Impfung im Tierheim
Teurer Luxus oder lebensnotwendige Gesundheitsvorsorge?
Viele werden sich fragen, warum denn die Tierarztkosten in einem Tierheim so hoch sind. Als größten Kostenfaktor kann man hier sicherlich die notwendigen Impfungen sehen. Muss das denn wirklich sein? Ich kann diese Frage nur mit einem eindeutigen Ja beantworten. In einem Tierheim kommen Tiere aus unterschiedlichster und meistens nicht besonders guter Herkunft zusammen. Jeder Neuzugang kann eine gefährliche Infektionskrankheit in den Bestand einschleppen, obwohl er noch völlig gesund erscheint. Dies trifft in ganz besonderen Maße auf einige heimtückische Viruserkrankungen der Katzen zu, deren Inkubationszetiten (d. h. Zeit von der Ansteckung bis zum sichtbaren Ausbruch der Erkrankung) manchmal einige Monate, ja sogar Jahre betragen können. Dies bedeutet natürlich auch, dass es leider immer wieder vorkommt, dass auch geimpfte Katzen nicht unbedingt vor einer solchen Erkrankung geschützt sind, da man im allgemeinen zum Zeitpunkt der Impfung nur durch aufwendige und teure Testverfahren feststellen kann, ob das Tier nicht vielleicht doch schon infiziert ist und somit durch die Impfung nicht mehr geschützt werden kann. Nun möchte ich im einzelnen erklären, welche Impfungen wir bei unseren Tieren durchführen. Alle Hunde werden geimpft gegen: Staupe, Leptospirose, ansteckende Leberentzündung, Parvovirose, Zwingerhusten und natürlich Tollwut.
Diese Impfungen werden zweimal im Abstand von 3-4 Wochen bei jedem neuen Hund vorgenommen. Sie müssen jährlich wiederholt werden, was bei den meisten ja dann vom hoffentlich bald gefundenen neuen Herrchen erledigt wird. Zur Freude unserer Hunde hat es die Industrie fertiggebracht , die Impfstoffe für alle diese Krankheiten in eine Spritze zu packen, da geht es ihnen bedeutend besser als unseren Samtpfoten.
Diese werden gegen folgende Krankheiten geimpft: Parvovirose (Katenseuche), Katzenschnupfen und Fip. eine Impfung gegen Tollwut ist nur für Freilaufkatzen erforderlich und kann bei Bedarf vom neuen Besitzer nachgeholt werden. Wünschenswert wäre auch noch die generelle Impfung gegen Leukose (Katzenleukämie), aber da sowohl die Impfung gegen Leukose wie auch gegen Fip sehr teure Impfungen sind, haben wir uns schweren Herzens für den vorrangigen Schutz vor der wesentlich höufiger auftretenden Fip-Erkrankung entschieden. Einem neuen Herrchen oder Frauchen einer freilaufenden Katze wäre allerdings die nachträgliche Leukoseimpfung dringend ans Herz zu legen. Der Katzenseuche und -Schnupfen Impfstoff ist auch in einer Kombinationsspritze zu verabreichen. Genau wie bei den Hunden zweimal im Abstand von ca. drei Wochen.
Das gleiche gilt für die Fip-Impfung; nur das dieser Impfstoff, sehr zum Leidwesen unserer Katzen, nur in Form von Nasentropfen zu haben ist. Diese Impfung ist noch relativ neu auf dem Markt. Da es sich bei der Fip um eine sehr komplizierte und bis heute noch längst nicht vollständig erforschte Krankheit handelt, war auch die Entwicklung des Impfstoffes eine sehr langwierige und teure Angelegenheit, wodurch sich der hohe Preis erklären lässt. Ergänzend möcht ich besonders in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass sich durch neue Forschungsergebnisse immer neue Erkenntnisse ergeben, die es uns Tierärzten natürlich manchmal schwierig machen, unsere Tierbesitzer umfassend und richtig zu beraten.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass natürlich alle Tiere regelmäßgi entwurmt werden, und dass alle Katzen und zumindest alle Rüden kastriert werden.
Wie Sie sehen, scheuen wir keine Kosten und Mühen um unsere Tiere gesund zu erhalten, damit das Tierheim für sie zu einem neuen Anfang und nicht zur Endstation wird.


